Lebensstürme
Samstag 17.10.2026, 19 Uhr, St. Martha-Kirche
Königstrasse 79, 90402 Nürnberg
18 Uhr Kunsthistorischer Auftakt (mehr erfahren)
19 Uhr Konzert "Lebensstürme"
Schubert und Rachmaninoff
Mit 20 Fingern auf 88 und 176 Tasten
Evgenia Rubinova und Michail Lifits verschmelzen zwei Linien der Klaviermusik zu einem Programm mit besonderem Reiz für Klavier zu vier Händen und Werken für zwei Klaviere.
Zwischen Franz Schuberts Tod und Sergei Rachmaminoffs Geburt liegen 45 Jahre, ein ganzer Kosmos der Klaviermusik. Wenn auch ihre Lebenslinien nicht verwoben sind, gemeinsam ist beiden Komponisten die Begeisterung für vierhändiges Klavierspiel.
Es gehörte zu den unverzichtbaren Bestandteilen jeder Schubertiade, so dass Franz Schubert ein umfangreiches Werk in diesem Genre hinterlassen hat. Das Allegro in a-Moll, D 947 mit dem vom Verleger hinzugefügten Titel „Lebensstürme“ ist ein monumentaler Sonatensatz für vierhändiges Klavier mit einem harmonisch entrückten Seitenthema.
Wie Schubert so konzertierte auch Sergei Rachmaninoff als Pianist. Das vierhändige Klavierspiel mit dem Großvater gehörte zu den prägenden musikalischen Eindrücken seiner Kindheit. Als Dreizehnjähriger beeindruckte er Tschaikowsky mit der vierhändigen Einrichtung seiner „Manfred“-Sinfonie. Auch die Intimität von Schuberts Liedkompositionen war ihm vertraut, wie die Bearbeitung „Wohin“ aus dem Zyklus „Die Schöne Müllerin“ zeigt. Im Gegensatz zur programmatisch inspirierten ersten Suite für zwei Klaviere zeigt die Suite Nr. 2 C-Dur, op. 17 für zwei Klaviere Anklänge an traditionelle Suitenformen. Rachmaninoff, ein brillanter Pianist, führte sie erstmals 1901 mit seinem Cousin Alexander Siloti auf, später 1940 in Los Angeles mit Vladimir Horowitz. In einer Fassung für zwei Klaviere liegen auch die „Sinfonischen Tänze“, op. 45 vor, die zu seinem Spätwerk zählen. Siedende Steigerungswellen von virtuoser Klangüppigkeit kontrastieren hier mit harmonischen Zersetzungen und impressionistischen Andeutungen.
Ermöglicht wird das Konzert dank der großzügigen Unterstützung des Bechstein Centrums Nürnberg.
EVGENIA RUBINOVA, Klavier
Gerühmt werden ihre „kontrapunktische Klarheit“ und ihr „kantables und äußerst klangsinnliches“ Spiel (Fono Forum) sowie eine „überlegene Balance der Extreme“ (FAZ). Evgenia Rubinovas CDs erhielten international beste Kritiken, so auch „Tchaikowsky‘s Testament“ (genuin), die Wolfram Goertz in der Rheinischen Post als neue Referenzaufnahme bezeichnete.
Beim renommierten Klavierwettbewerb in Leeds wurde Evgenia Rubinova 2003 mit der Silbermedaille ausgezeichnet. Sie musizierte mit Klangkörpern wie London Philharmonic, Hallé Orchestra, Berliner Symphoniker, Radio-Sinfonieorchester Stuttgart und Gürzenich-Orchester. Ihre Kammermusikpartner sind u.a. Albrecht Mayer, Annelien van Wauwe, Sophie Dervaux und Maximilian Hornung.
Auftritte führten sie in die Wigmore Hall, Royal Albert Hall, Berliner Philharmonie, Elbphilharmonie, Liederhalle Stuttgart, auf das Schleswig-Holstein Musik Festival ferner nach Peking, New York, Washington, Chicago, Tokio, Paris und Zürich.

MICHAIL LIFITS, Klavier
“Beglückende Klangfarbenfreudigkeit” schwärmt die FAZ über das Klavierspiel des jungen Pianisten Michail Lifits. In umjubelten Solorezitalen auf den großen Konzertpodien berührt sein “durchgeistigter, beinahe weise anmutender Ton” (Süddeutsche Zeitung) das Publikum und die Fachpresse weltweit.
Den Gewinner des 57. Internationalen Klavierwettbewerbs Ferrucio Busoni führten zahlreiche Konzerte unter anderem in die Carnegie Hall und das Lincoln Center in New York, die Wigmore Hall in London, die Philharmonie Berlin, den Herkulessaal, und die Philharmonie in München, die Laeszhalle und Elbphilharmonie Hamburg sowie nach Zürich, Amsterdam und Brüssel.
Als Solist gastierte Michail Lifits mit vielen renommierten Orchestern und ist ein gern gesehener Gast auf namhaften internationalen Festivals. Die Aufnahme mit Klaviersonaten von Schubert gilt als Referenzaufnahme innerhalb der jüngeren Pianisten-Generation. Michail Lifits ist seit 2011 Exklusivkünstler bei DECCA.

Franz Schubert (1797-1828)
Allegro in a-moll, D. 947 „Lebensstürme“
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Andante mit Variationen G-Dur, KV 501
Franz Schubert (1797-1828) & Sergej Rachmaninow (1873-1943)
„Wohin“ aus „Die Schöne Müllerin“ D. 795, Nr. 2
Sergej Rachmaninow (1873-1943)
Suite Nr. 2 C-Dur, op. 17 für zwei Klaviere
Introduktion
Valse
Romance
Tarantelle
Pause
Sergej Rachmaninow (1873-1943)
Sinfonische Tänze, op. 45 in einer Fassung für zwei Klaviere
Non Allegro
Andante con moto
Lento assai - Allegro vivace
KLAVIERDUO
EVGENIA RUBINOVA, Klavier
MICHAIL LIFITS , Klavier
